Leben wir immer noch in einer Feudalgesellschaft?

Seit der Feudalgesellschaft im Mittelalter hat sich unser Leben, unsere Gesellschaft, unsere Politik und unsere Wirtschaft stark verändert. Ich behaupte dennoch, dass sich zwar viele Strukturen, Prozesse und Akteure auf dem ökonomisch-politisch-sozialem Parkett der Welt geändert haben mögen, einige Grundprinzipien jedoch nicht.

In der Feudalgesellschaft gab es einen Herrscher über sein Reich. Die politische Macht konzentrierte sich um ihn und seinen Hof. Seine Legitimation bezog er aus seiner Blutlinie, der Religion oder schlichtweg über Gewalt. Gleichzeitig konzentrierte sich auch die wirtschaftliche Macht um den Herrscher und seinen Hof. Entweder der Herrscher war selbst der reichste Mann des Landes, oder er brauchte reiche Sponsoren, die ihn unterstützten. Ihm gehörte das ganze Land, mit allem was darauf lebte. Teile des Reiches übertrug er jedoch seinen treuen Gefolgsleuten oder Sponsoren als Gegenleistung für die ihm entgegengebrachte Treue. Wer adlig war, hatte Macht und Geld, das einfache Volk war unfrei. Das Reich finanzierte sich aus Besteuerung des eigenen Volkes oder Tributzahlungen von Vasallenstaaten. Oft wurden auch Kriege zur Aufbesserung der Reichskasse genutzt.

Heute herrscht das Volk über einen Nationalstaat. Aber nicht das ganze Volk, sondern die Kaste der Politiker. Theoretisch kann jeder in diese Kaste aufsteigen. In der Praxis jedoch sind die meisten Politiker Rechtsanwälte, Lehrer o.ä. (also Gebildete) und müssen sich ihren Weg hochkämpfen, durch geschicktes Taktieren Konkurrenten ausschalten um selbst irgendwann an die Spitze zu kommen. Ihre Legitimation zur Herrschaft beziehen sie aus Wahlen. Aus diesen Wahlen geht dann eine Regierung hervor um die sich, zumindest bis zur nächsten Wahl, alle politische Macht konzentriert. Ihre Wahlkämpfe finanzieren die Parteien aus den Spenden ihrer Mitglieder und mithilfe von reichen Sponsoren, die diese unterstützen. Das System der Wahlen wird legitimiert auf einer Verfassung (dem Über-Gesetz), dem wir alle durch konkludentes Verhalten (Steuern, Konsum, Meldung beim Zuständigen Amt etc.) zustimmen. Das Land und alles was darauf lebt, gehört dem Staat. Also keiner Person oder Gruppe, sondern uns allen. Jedoch regeln Gesetze, wer welches Stück Land nutzen darf und in welcher Weise. Diese Gesetze sind quasi in Stein gemeißelt und nur über langwierige politische Prozesse zu ändern. Teile des Staates (also der Landfläche) können also theoretisch jedem Bürger gehören, wenn er sich diese Fläche kaufen kann – allerdings kann er dann immer noch nicht damit machen, was er will. Als Gegenleistung für die Treue gegenüber der an die Macht gekommenen Partei erfüllt diese ihre Wahlversprechen gegenüber den Wählern (oder auch nicht)  und ihren Sponsoren (eigentlich immer). Wer viel Geld besitzt, ist mächtig und kann Einfluss nehmen auf die Geschicke des Staates. Das einfache Volk ist unfrei und gefangen in einem ewigen Kreislauf aus arbeiten, Geld verdienen, Steuern zahlen und Geld ausgeben. Der Staat finanziert sich aus Steuern. Diese sind gesetzlich festgelegt. Paradoxerweise bekommen große Firmen oft Steuererleichterungen – hängt das damit zusammen, dass sie die Parteien mitfinanzieren? Oder die Regierung erpressen? Immer noch werden Kriege aus wirtschaftlichen Gründen angefangen, beispielsweise um Zugang zu natürlichen Ressourcen zu erhalten.

 

Ich gebe zu, es ist nicht perfekt geschrieben. Aber seht ihr die Parallelen?

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Ein Rezept für Veggie Bratlinge.

Nach einigen erfolglosen Experimenten mit Seitan habe ich es mal mit einer Mischung aus Soja, Haferflocken und Seitan versucht. Das Ergebnis hat mich geschmacklich überzeugt (wenn auch kein “Ersatz-Fleisch”). Super zum Anbraten.

 

Veggie Bratlinge

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Zutaten:

5 EL Haferflocken

3 EL Soja-Granulat

2 EL Seitan-Fix

200 ml Wasser

Gewürze:

1 TL Salz

2 TL Pfeffer

1 TL Zucker

1 TL Chilisauce

1 EL Tomatenmark

2 TL Senf

½ TL Rosmarin

½ TL Thymian

½ TL Muskat

 

Zubereitung:

Das Sojagranunalt mit dem Salz, Zucker und der Chilisauce vermischen. Mit kochendem Wasser übergießen und etwas ziehen lassen. Dann das aufgequollene Granulat zusammen mit den anderen Gewürzen und den Haferflocken vermischen und kleindrücken, bis eine zusammenhängende Masse entsteht. Diese Masse mit dem Seitan-fix vermischen. 4 – 5 Bratlinge daraus formen.

 

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Man stelle sich das Leben als riesiges Monopolyspiel vor….

Ein kleines Gedankenspiel:

Ihr kennt doch sicher alle Monopoly, oder?

Wenn nicht, dann fasse ich das Spielprinzip nochmal zusammen: Am Anfang des Spiels erhalten alle Mitspieler den selben Geldbetrag als Startbetrag. Nun würfeln sie nacheinander. kommen sie auf eine Straße, können sie diese kaufen (sofern noch kein anderer sie besitzt – dann müssen sie “Miete” an den Besitzer entrichten). Irgendwann können Häuser für die Straßen gekauft werden und später Hotels – die Miete für die Mitspieler steigt dementsprechend. Das Spiel ist zu Ende, wenn ein Spieler alles besitzt. Soweit zur kurzen Zusammenfassung.

Wenn ein Spieler durch eigenes Glück in Kombination mit der richtigen Taktik, und natürlich in Verbindung mit Pech und einer schlechteren Taktik der Mitspieler, gewinnt, so ist das doch fair oder? Schließlich hat er sich seinen Sieg (mal mit mehr, mal mit weniger Glück) selbst erarbeitet.

Was aber, wenn alle Spieler zu Anfang unterschiedlich viel Geld erhalten? Und einer vielleicht ein paar mehr “du kommst aus dem Gefängnis frei” Karten? Wäre das immer noch fair?

Worauf ich hinaus will: Das Leben der Menschen heute, unser aller Leben, ist im Prinzip nichts anderes als ein riesiges Monopoly Spiel: Der Großteil des menschlichen Handelns ist auf materiellen Erfolg ausgerichtet: So viel Geld wie möglich besitzen um das bestmögliche Leben führen zu können. Leider ist das tatsächlich so, und auch wenn man das Bewusstsein hat, dass Geld eben nicht alles ist, so geht es trotzdem nicht ohne.

Gleichzeitig haben wir alle aber auch unterschiedliche Voraussetzungen am “Startpunkt” dieses Spiels: Während manche als Kind reicher und gebildeter Eltern in Deutschland geboren werden, so kommen andere vielleicht in irgendeinem Slum/Favela/… in einem anderen Land zur Welt. Selbst wenn sie den gleichen Willen und die gleiche Intelligenz besitzen wie erstgenannte, ist die Wahrscheinlichkeit, ein materiell gesehen gutes Leben zu führen, ungleich niedriger. Somit gibt es auf dieser (kapitalistischen) Welt also keine Chancengerechtigkeit/Chancengleichheit/wie-auch-immer.

Nun könnte ich als relativ reicher, gebildeter, männlicher Deutscher sagen: Tja, ich hatte eben Glück und andere hatten Pech. Ich könnte mir aber auch überlegen, wie man eine echte Gerechtigkeit erreicht. Dafür müsste ich natürlich meinen menschlichen Egoismus ablegen.

Das führt mich nun zu zwei Fragen: Erstens: Warum ist die Welt ungerecht? Zweitens: Warum sind wir egoistisch? Zur ersten Frage lässt sich folgendes sagen: Irgendetwas im System Mensch hat dazu geführt, dass Chancen ungerecht verteilt sind. Um das zu ändern, müssen wir auch einige grundlegende Dinge im ökonomisch-sozialen System der Menschen ändern. Aber der Egoismus verhindert das. Also weiter zur zweiten Frage: Hat uns das im Laufe der Jahrtausende entstandene ökonomisch-soziale System zu Egoisten gemacht? Oder ist das System Mensch von Grund auf egoistisch? Was war zuerst da, Huhn oder Ei? 😉

Wenn man sich die Tierwelt ansieht, wirkt das Bild eindeutig: Egoismus wohin man blickt! Konkurrenz um Nahrung, um das beste Weibchen/Männchen, um den Rang im Rudel etc. Einzig die eigenen Nachkommen werden (manchmal, aber auch nicht immer) umhegt und beschützt, ganz uneigennützig. Nun, wenn man das genetisch einprogrammierte Ziel zur Vervielfältigung der eigenen DNA annimmt, vielleicht doch nicht so ganz uneigennützig.

Jedoch ist der Mensch ein intelligentes Lebewesen. Wenn man sich die technischen Fortschritte der Menschen ansieht, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Nur wir waren bisher in der Lage, den Planeten nach unserem Gutdünken umzuformen und unvorstellbare Technologien zu erschaffen! (Wenn ich zum Beispiel versuche mir vorzustellen, wie mein Computer funktioniert, platzt mir schon der Kopf, soviel Technologie steckt dahinter.) Auch die Formen des menschlichen Zusammenlebens haben sich unglaublich entwickelt. Trotzdem haben wir es immer noch nicht geschafft, den menschlichen Egoismus zu überwinden. Wir schaffen es ja nicht einmal, bei Rot stehen zu bleiben obwohl ein kleines Kind neben uns steht.

Das ist doch irgendwie seltsam oder? Wir sind so intelligent, trotzdem benutzen wir unseren Verstand viel zu selten. Dinge, die eigentlich auf der Hand liegen, wollen wir nicht wahrnehmen. Es ist doch eigentlich einleuchtend, dass alle Menschen die Möglichkeit haben sollten, ein gutes Leben zu führen. Oder dass man den Planeten, den man bewohnt, nicht einfach zerstören kann. Oder dass Geld nicht alles ist.

Trotzdem spielen wir weiterhin Monopoly, bis zum bitteren Ende.

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80 Prozent weniger Fleisch?

Ich gebe zu, ich essen für mein Leben gerne. Auch Fleisch. Dennoch, es ist aufgrund verschiedener Faktoren als bewusst denkender Mensch eigentlich klar, dass die meisten – und auch ich – zu viel Fleisch essen. Sei es wegen der schlechten Lebensbedingungen von Tieren in Massenhaltung, das Töten von Tieren an sich, die ökologischen Probleme, die Tatsache, dass Soja-Futter aus Brasilien hier verfüttert wird und es dort bald kein GVO-freies Soja mehr gibt (und man die Flächen auch sicher besser nutzen könnte), oder oder oder. 

Ausgehend von diesem Video

habe ich deshalb vor 2 Wochen beschlossen, meinen Fleischkonsum um 80 % zu reduzieren. Ausgehend von einem wöchentlichen Verzehr von 1 kg Fleisch macht das also “nur noch” 200 g Fleisch pro Woche.

Mein Fazit nach 2 Wochen: Es ist nicht besonders schwer und ich habe auch nicht das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. ABER: Man muss eisern seinen Fleischverzehr kontrollieren, sonst funktioniert das nicht. Und mir ist erst jetzt bewusst geworden, wie viel Fleisch man eigentlich “normalerweise” isst.

 

Aber wie macht man das, plötzlich einen Großteil seines Fleischkonsums mit anderen Sachen zu ersetzen? Hier mal ein paar Sachen, die ich mache:

Statt einer Salami Pizza (ja ich stehe auf Tiefkühlpizza, die ist zumindest tausendmal besser als Pizza vom Lieferservice und fast so gut wie selbst gemachte!) hab ich mir einfach mal ne Margherita geholt und mit ein bisschen Gemüse belegt. Oder statt Fleisch einfach mal Veggie-Nuggets (aus Weizenprotein), die sind eigentlich noch besser als Chicken Nuggets. Falafel statt Döner ist auch eine gute Alternative. Generell gibt es hier was vegetarisches Fast-Food angibt in Berlin riesen Möglichkeiten. Natürlich auch beim Selbstkochen 😉 Wenn es dann mal doch Fleisch sein soll: Statt ‘nem Billig-Schinken von A&P für 1,29 € (200g) lieber eine Biowurst für 2,99 € (80g) – ich hab mir sogar versuchshalber vegetarische Leberwurst gekauft. Ja, so etwas gibt es! Generell bin ich jedoch von diesen Soja-Ersatz-Würsten etc. relativ wenig überzeugt. Erstens sind die brutal teuer, und zweitens weiß ich auch nicht, ob die enthaltenen Soja-Produkte GVO-frei sind. Was ich jedoch sehr lecker finde, ist Seitan (ist aber ebenfalls teuer).

Mal gucken wie lange ich das so diszipliniert durchhalten kann, ich werde aber mein Bestes geben. Drückt mir die Daumen!

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Zum Konzept der Nation…

…ein knackiges, aber auch genauso richtiges Zitat:

[…]Most people take the concept of a nation for granted and suppose that it has existed for a long time. However, according to Anderson (2006), a nation is an imagined political community. The concept of nationhood is similar to that of a nation in that it is not a natural entity, but a social construct. Thus it is problematic because it is not static or monolithic. As soon as a nation is constructed, some will be excluded despite living within the state’s boundaries. Nationhood divides people into ‘us’ and ‘them’ or ‘ourselves’ and ‘others’. The ‘Other’ is in danger because nationhood has been made to be sacred, and therefore the ‘Other’ is seen as an iconoclast. In this sense, nationhood is very similar to a religion that aims to make people believers or conformists without doubt and question. […]
– Poowin Bunyavejchewin

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Die Misere der Fleischlieferanten

Seit kurzem will McDonald’s wieder genverändertes Futtermittel für die Chicken-Nuggets-Hähnchen zulassen. Wie gut, dass es in Berlin wesentlich bessere Burgerbuden gibt, dachte ich mir. Aber: McDonald’s steht nicht alleine da, wie z.B. folgender Artikel zeigt:

http://www.transgen.de/aktuell/1769.doku.html

Der Grund ist also, gentechnikfreies Futtermittel wird langsam knapp. Warum? Weil man in Brasilien fast nur noch genveränderte Soja angebaut wird. Alles klar.

Ehhhh Moment mal! Brasilien? Soja? Was hat das mit deutschem Fleisch zu tun?

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In Brasilien wird Soja angebaut, das zu Futtermittel verarbeitet wird, das wiederum unter anderem in Deutschland verfüttert wird. Das bedeutet also nicht nur, dass wir bald immer mehr genverändertes Erbgut im Essen haben, sondern dass selbiges auch noch um den halben Planeten gereist ist. Wenn man sich aber aus welchen Gründen auch immer ohne Gentechnik ernähren will, muss man wohl auf heimisches Bio-Fleisch zurückgreifen, oder Vegetarier werden. Aber auch hier gibt es wieder ein Problem: Zum einen kann es natürlich sein, dass auch Weidetiere in Deutschland bald mit GVO (Gentechnisch veränderte Organismen) in Berührung kommen, zum anderen kann auch in vegetarischem Soja Gentechnik eine Rolle gespielt haben – abhängig vom Hersteller.

Ist das Gen-Food also nicht mehr aufzuhalten?

Und das, obwohl der wirkliche Nutzen der Gentechnik mehr als fraglich ist

http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/videos-und-manuskripte/gentechnik-mais-eu100.html

und die langfristige Auswirkungen auf den menschlichen Organismus noch nicht wirklich erfasst sind (gut, da sind sich Befürworter und Gegner natürlich mehr als uneinig)?

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Kommunismus = Kapitalismus = Faschismus?

In einem Blog-Kommentar las ich neulich:

Kommunismus:
 
Eine kleine Clique von Bürokraten hat die Kontrolle über die Ressourcen.
 
Kapitalismus:
 
Eine kleine Clique von Plutokraten hat die Kontrolle über die Ressourcen.
 
Toller Unterschied!

Witzig. Aber auch irgendwie war, oder? In diesem Zusammenhang ist der Begriff “Diktatur des Proletariats” interessant. Dieser stammt von Marx und Engels. Vor Errichtung einer klassenlosen Gesellschaft müsse es eine Übergangsphase geben, in der die bisher unterdrückte Mehrheit der Arbeiterklasse die Kontrolle unternimmt. In der Realität kamen sozialistische/kommunistische Staaten jedoch nie über diese “Übergangsphase” hinaus. Wurde also der Kommunismus nur falsch ausgelebt und ist deswegen gescheitert?

Meiner Meinung nach Nein. Ich finde, man kann eine Unterdrückung (Faschismus, Kapitalismus, je nachdem) nicht durch eine andere Unterdrückung (Kommunismus) ablösen. Man tauscht zwar die Unterdrücker aus, aber nie das System der Unterdrückung an sich. Man kann Machtverhältnisse nicht auflösen, indem man sich selbst an die Spitze dieser Machtverhältnisse stellt.

Wenn man Kommunismus und Kapitalismus nun als die übrig gebliebenen Systeme nach dem zweiten Weltkrieg sieht, was ist dann mit dem Faschismus? Soweit ich das sehe, gab es sowohl kapitalistisch-faschistische, als auch kommunistisch-faschistische Systeme. Also ist Faschismus heutzutage (für die meisten Menschen) eher ein schwammiger Begriff für Unterdrückung. Und wenn man sich dem obigen Zitat anschließt, geht die Rechnung

Kapitalismus = Faschismus,

Kommunismus = Faschismus,

also Kommunismus = Kapitalismus

irgendwie auch auf. Der einzige Weg aus Unterdrückung und Machtverhältnissen weltweit kann also weder auf dem kapitalistischen, noch auf dem kommunistischen System aufbauen, sondern muss zwangsläufig etwas “ganz Neues” darstellen.

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